Alfred Mahlau. Festzug 1926
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00:00:01: Reif fürs Museum.
00:00:04: Der Podcast der Lübecker-Museen.
00:00:25: Alfred Malau hat nämlich das Logo für die Schwartauerke designed, die die Schwartaumarmeladen herstellen und auch das Logos übrigens wenn ihr gerne Marzipan ist.
00:00:34: Für Niederägger-Marzipan.
00:00:36: Genau!
00:00:36: Das machen ja viele Menschen.
00:00:38: Und diese Logos sind bis heute auf den Schwartau & Niederegger Produkten zu sehen.
00:00:44: bei Schwartaus sind es die stilisierten sieben Türme der fünf Hauptkirchen hier in Lübeck und beim Niederecker ist es das Holzentor.
00:00:54: die Logos immer noch sehr modern.
00:00:56: Ja,
00:00:56: Alfred Marlowe hat aber auch viele andere Sachen hier in Lübeck gemacht zum Beispiel das Totentanzfenster für die Lübäcker-Marienkirche gestaltet doch seine größte Arbeit für Lübek was den Umfang und auch die Dynamik angeht weil es war eine bewegliche Arbeit.
00:01:09: gewissermaßen war der Festumzug nineteenhundertzechstenundzwanzig da feierte Lübec siebenhundert Jahre Reichsfreiheit.
00:01:16: Genau, und dazu gibt es jetzt eine neue Ausstellung im Museum Bienhausträgerhaus.
00:01:22: Sie heißt Alfred Malau Festumzug, neunzundhundertzechstenzwanzig.
00:01:27: eröffnet wird sie am fünften Juni.
00:01:30: da kann auch jeder kommen wer möchte und ab sechsten ist sie dann regulär zu sehen.
00:01:36: Und bei uns ist jetzt Jan Zimmermann.
00:01:39: Er hat die Ausstellung mit kuratiert.
00:01:42: Moin Herr Zimmermann
00:01:43: Moin moin danke fürs Kommen
00:01:45: Sehr gerne.
00:01:46: Wir sind sehr neugierig auf jeden Fall und wir sind ja jetzt auch, müssen wir sagen im Museum Bienhaus Dregaus und stehen hier schon so.
00:01:50: ein paar Exponate liegen hier schon rum.
00:01:52: Genau da durften wir schon rauf gucken.
00:01:54: Und Herr Zimmermann es gibt einen Film über dieses Ereignis viele Fotos und das ist ja faszinierend.
00:02:01: Es sind ja wirklich Tausende von Menschen an den Straßen zu sehen.
00:02:04: Sie hängen aus den Fenstern Besucherinnen und Besucherkamern Von überall her aus ganz Deutschland aber auch aus dem benachbarten Ausland sogar aus Kandinavien.
00:02:13: Thomas Mann war dabei.
00:02:14: Er hat sich den Umzug angesehen, er war im Burg-Tourhaus und dort hat der berühmte Sohn der Stadt seine Schriftstellerkollegin besucht Ida Boyett um seinen einundfünfzigsten Geburtstag zu feiern.
00:02:27: Um zwölf Uhr kamen der Zug vorbei und er hat von oben auf den Zug geschaut und auch man muss sagen noch einen am Tag vorher eine große Rede gehalten zur Reichsfreiheit.
00:02:40: Und Herr Zimmermann, warum hat dieses Ereignis so viele Menschen interessiert?
00:02:46: Es waren ja Tausende dabei auch ganz unterschiedliche Menschen.
00:02:49: Was hat die Faszination ausgemacht?
00:02:51: Das war schon ein Hauptereignis wenn eine Stadt einen Geburtstag feierte oder wenn ein Senator starb oder ein Dichter.
00:02:57: also das kennt man von Fotos.
00:02:59: Die Straßen sind voll.
00:03:00: das war üblich auch im neunzehnten Jahrhundert und in den zwanziger Jahren sind die Volksfestumzüge nicht so groß, aber dann kommt dieser Geburtstag.
00:03:09: Der Geburtstag der Unabhängigkeit.
00:03:10: Nürburgring ist ja quasi nicht.
00:03:11: reichsfreiheit bedeutet da ist nur der Kaiser über das Stadt Aber kein Herzog keinen Fürst irgendwie mehr dazwischen und Wir sind in einer Zeit klar Fotografie ist da Film wochen schauen Kino Das ist alles da.
00:03:24: aber es ist ja noch gar nicht so eine Überflutung.
00:03:27: Die Leute sitzen nicht am Handy den ganzen Tag die leute sitzt nicht vom Rechner sondern
00:03:31: wir auch noch.
00:03:31: kein Fernseher Ein
00:03:33: paar Jahre zu früh für Fernseher, eben keine Live-Übertragung.
00:03:36: Das kam aber und das ist ja das tolle zwei Tage später nach dem Fest zu konnte man sich abends schon ein Film angucken also mit dem Flugzeug die Filmeräulen von Lübeck nach Berlin wahrscheinlich geflogen zurückgekommen und abends zwei Tage später konnte man es im Kino sehen.
00:03:51: Manchmal staunt man schon über die Geschwindigkeit der Zwanzigerjahre.
00:03:53: Das ist ja für damalige Verhältnisse Lichtgeschwindigkeit fast, oder?
00:03:57: Das war rasant!
00:03:57: Die müssen am Sonntag gleich ab zum Prival in Travemünde wo der Flughafen war nach Berlin entwickelt und am nächsten Tag waren wir wieder hier.
00:04:06: Es war wahrscheinlich auch eine schöne Ablenkung vom Alltag.
00:04:09: das war ein Riesenereignis und jeder wollte dabei sein.
00:04:11: kann man so runterbrechen?
00:04:14: Ja, das Ablenkung und man kann auch sagen es ist so ein Höhepunkt natürlich.
00:04:17: Wir sind acht Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, so es geht wieder aufwärts, es wird gebaut die Wirtschaft funktioniert halbwegs, politische Streit gibt es natürlich wie immer aber es ist eigentlich so der Höhelpunkt?
00:04:29: oder Lübeck bewegt sich so auf den Höhempunkt der Entwicklung in den zwanziger Jahren zu?
00:04:32: und da gab's schon was zu feiern nicht?
00:04:35: Also die Stadt Blüte und Lebte und Wirtschaft und Verkehr das war alles da.
00:04:39: Wir
00:04:40: müssen jetzt aber ganz kurz sagen, wir haben schon gesagt Reichsfreiheit.
00:04:43: Klar und was war das jetzt genau?
00:04:45: Also der Anlass für den Umzug in die Umzüge im Jahr sixundzwanzig war die siebenhundert-Jahrfeier der Lübecker Reisfreiheit, die wir in diesem Jahr ja zum achthundertsten Mal begehen.
00:04:55: Vereinfacht kann man sagen, die zwölfhundertsextenzwanzige Verlieene Reichs Freiheit war ein Privileg des Kaisers, dass Lübek zu einer freien Stadt im Reich machte.
00:05:04: Und das war auch ein Grundstein für Lübec's wirtschaftlichen Aufstieg.
00:05:08: Und Herr Zimmermann, welche Geschichten wurden jetzt im Festzug aus Lübecks Wechsel voller Vergangenheit dargestellt?
00:05:15: Da gab es ja wahrscheinlich sehr viele.
00:05:17: Aber was war so typisch für den Geist Mahlaus auch in diesem Festumzug?
00:05:21: So
00:05:21: ein zwei Beispiele wenn Sie die haben.
00:05:23: Also grundsätzlich kann man sagen die Auswahl war auf Lübec bezogen.
00:05:26: das heißt die Ereignisse hatten wirklich alle speziell einen Lübekthema.
00:05:31: und dann nimmt man das tragische Die Pest.
00:05:33: dreizeitfünfzig als vielleicht so ein Drittel der Stadtbevölkerung gestorben ist dahinter der Totentanz, dann der Begleitend, der durch die Straßen tanzt.
00:05:42: Also das ist das deprimierende Ereignis sozusagen aber das ist so lange her dass es irgendwie erzählen kann man ja davon.
00:05:48: Da kann man sich sowohl nicht gruseln
00:05:49: oder?
00:05:49: Genau da kann man sie sowohl fühlen.
00:05:51: und dann ganz positiv die Errungenschaften des neunzehnten Jahrhunderts, da fährt ein Dampfschiff fährt ein Dampfschiff, der schwimmt nicht.
00:05:57: Sondern darunter waren Räder und es fährt eine Eisenbahn mit einem verkleideten Motortrecker durch die Straßen.
00:06:03: Also so wirklich Jahrhunderte dazwischen das ganz Alte und das was Lübeck dann anfing modern zu machen.
00:06:09: Traditionen und Moderne?
00:06:10: Ja
00:06:10: genau!
00:06:10: Der Ausblick auf die Zukunft zum bisschen wie sie sich gestaltet
00:06:15: Genau.
00:06:16: Der Zug geht dann, der schließt quasi in der Gegenwart Lübecks an mit Schornstein.
00:06:21: Die sehen so ein bisschen... Da schmunzelt man nicht.
00:06:24: Für uns sieht das heute natürlich nicht mehr sehr modern aus.
00:06:27: Aber in der Zeit muss man sagen, dass ist das wo eben auch viele der Lüber gearbeiten.
00:06:32: Das sind die Werften und das sind die Maschinenbauunternehmen.
00:06:36: Und wenn Schlot raucht, weiß man, der Stadt geht es gut weil die Wirtschaft eben floriert.
00:06:41: So ein Blick durch die wechselvolle Geschichte und ein bisschen in die Gegenwart.
00:06:46: Heute ist es ja ganz normal, wenn wir irgendwas spannend finden.
00:06:49: Wir nehmen unser Handy aus der Tasche machen Fotos, machen Filme.
00:06:54: das war ja nineteen.
00:06:54: hundert sechsund zwanzig ging das ja noch gar nicht so.
00:06:57: da war die Technik noch nicht soweit.
00:06:59: Es war etwas besonderes Filmaufnahmen zu schießen und auch Fotos zu machen.
00:07:06: Und die Stadt Lübeck hat ja dann, wir kamen da schon kurz darauf zu sprechen, die Filmrechte verkauft an diesem Umzug.
00:07:16: Man kann ja sagen der Umzug wurde vermarktet ja auch um Geld damit zu verdienen.
00:07:21: Auch eine Lübäcker Tradition ja irgendwie
00:07:23: natürlich.
00:07:24: das war schon sehr professionell nicht.
00:07:25: es gab ein sogenanntes Nachrichtenamt.
00:07:27: die haben sich darum gekümmert die haben die Fotos verstickt sie haben den Briefverkehr mit den Filmfirmen geführt Und vermutlich war es nachher aber dann doch nicht nur eine Filmfirma, die hatten... Wir wissen nicht.
00:07:37: Wurde vielleicht auch die Rede von Thomas Mann gefilmt?
00:07:40: Vermutlich weil das klingt so als ob die das ganze Fest aufgenommen haben.
00:07:43: wir kennen aber nur Filmaufnahmen von dem Umzug.
00:07:46: und beim Umzug wenn man die Fotos dann wiederum durchguckt sieht man jede Menge Kameramänner da stehen und wir wissen vor mindestens zwei Filme die es gab.
00:07:54: also Es hat sicher noch mehr Material gegeben Weil die Anzeigen andere Titel haben.
00:08:00: Ja, vielleicht auch Amateurfilme aus Lübeck waren die auch noch Material gemacht
00:08:04: haben.
00:08:05: Und hier in Lübecs hätten schon gesagt In Berlin konnte man den Filmen sehen Die Rollen sind ja gleich zur Entwicklung gekommen.
00:08:11: Aber auch hier in den Lübekker Kinos gab es ja ein Film zu sehen über den Umzug.
00:08:16: Genau der Film wurde hier im Stadtteil Kino Das ist ja immer noch gibt gezeigt Und dann in den Wochen danach findet man in die Tageszeitung dann Meldungen für die Teilnehmer des Festzuges.
00:08:27: Heute gibt es nochmal, den Film zu sehen oder am Sonntag machen wir noch eine neue Vorstellung und da muss man weiß man nicht genau war das vielleicht noch ein zweiter Film oder so?
00:08:35: Nicht der gedreht wurde.
00:08:36: In der Ausstellung kann man ja auch einen einen Film sehen von
00:08:41: Ja, der Film einer der Filme von neunzelsechtenzwanzig ist im Bundesarchiv erhalten und wir zeigen einige Minuten davon auf einem Bildschirm.
00:08:48: Und man kann dann eben sehen das was Malau gezeichnet hat, das was wir auch Fotos wissen und dann sehen wir die Gruppen in Bewegung.
00:08:54: Das ist natürlich gerade bei Der tänzerischen Gruppe, dem Totentanz nicht besonders beeindruckend.
00:09:00: Die laufen da nicht so statisch durch die Gegend sondern die Kurven und die Arme recken sich so expressionistisch aus.
00:09:07: So Ausdruckstanz, wenn man das irgendwie definieren sollte?
00:09:11: Genau es ist.
00:09:12: damals war ja moderne Ausdrucksanz eine neue Kunstform quasi Und ein Journalist schreibt dann auch in einem Zeitungsartikel Das seien ja professionelle Tänzer gewesen.
00:09:21: Das war aber hier von einem Sportverein die Tanzgruppe
00:09:25: Das war das Schöne am Ausdrucksanz.
00:09:26: Man konnte ja auch... Es war nichts Perfekt, ne?
00:09:28: Das war ja Ausdruckstanz!
00:09:30: Das Besondere an der Ausstellung ist jetzt eben... Sie haben es ja schon gesagt.
00:09:34: Man sieht jetzt also man hat den Film und er wird praktisch wieder noch viel lebendiger und bunter durch all diese Exponate die hier ausgestellt werden zum Beispiel Die Entwürfe, die Zeichnungen, die Modelle zum Festzug Und die wurden ja schon in Sankt-Annenmuseum ausgestellt die zum Beispiel mehr als sechzehmeterlange Leinwand, auf die die Sechsunddreißig-Aquarelle aufgezogen waren.
00:09:56: Die schenkte Marlau dem Museum.
00:09:58: Die wurden dann aufgerollt und verpackt, wanderten ins Depot wo sie dann hundert Jahre lagen.
00:10:02: Und hier sind Sie erstmals wieder zu sehen.
00:10:05: in welchem Zustand haben Sie denn vorgefunden?
00:10:08: War das auch für Sie wie einen Schatz zu heben?
00:10:11: Das ist ein Schatz!
00:10:15: Sechzehn Meter sind da wirklich wenn man sie ausgerollт sieht sehr... Ausdrucks, sehr ausdruckstark.
00:10:21: Und diese Rolle ist vielleicht zwanzig Zentimeter hoch und hat zehn Zentimeter Durchmesser.
00:10:25: also das ist ganz ganz eng gerollt gewesen.
00:10:28: Wir sind uns sicher sie ist nicht ausgestellt gewesen weil es eben solche Vitrinen gar nicht gibt im Museum.
00:10:35: wir teilen ja jetzt eine acht Meter Vitrine und da machen wir die erste Hälfte noch eine zweite Hälfe dann später Das heißt dieses Riesenstück so klein dann im Schrank liegen zu sehen.
00:10:46: Dann haben wir die Kataloge, frühere Ausstellung und die Zeitungsartikel zur Ausstellung durch Forstedt.
00:10:50: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass diese Zeichnung seit neunzeigundsechsundzwanzig überhaupt je zu sehen waren.
00:10:55: Und dafür wenn man sie aufblättert... Sie ist halt total frisch bei den Zeichnungen von den Farben her nicht?
00:11:01: Sie isst in einem sehr guten Zustand!
00:11:03: Das könnt ihr dann hier auch im Museum Bienhaustriger aussehen.
00:11:06: Ich finde ja sowieso das Grafikdesign von Alfred Malau, das wird sehr modern.
00:11:12: Geht ihn das auch so oder ist es jetzt meine persönliche Wahrnehmung?
00:11:15: Das ist sehr modern, weil es sehr reduziert und klar ist.
00:11:20: Sein Grafik-Design war ja auch daraufhin ausgerichtet gewesen.
00:11:23: Ich mache Plakate, Buchtitel oder Werbung, die also schnell mit dem Auge erfassbar sein muss.
00:11:33: Es gibt ähnliche Schriften aus den Zwanzigerjahren, die wir vom Bauhaus kennen.
00:11:37: Da dockt das ein bisschen an... Und wir wissen ja, Bauhaus diese moderne Ästhetik, die reduzierte die Klare so das funktioniert bis heute.
00:11:45: Und bei Malau ist es ich wüsste kein Firmdesign was seit hundert Jahren wirklich so konsequent verfolgt wird oder umgesetzt wird wie eben Niederäcker das macht und dass nach hundert jahren genauso funktioniert.
00:12:00: Spannend!
00:12:01: Ich stelle mir das so vor, als Sie die Rolle entdeckt haben.
00:12:03: Dass es so ein bisschen war wie die Öffnung einer Grabkammer in einer ägyptischen Pyramide.
00:12:08: Das kann man so sagen und wir haben uns natürlich auch erst mal im Fachbereich.
00:12:11: Ja genau ja.
00:12:12: doch das ist natürlich so weil man kann eine Schublade die kann man dann auch so durchblättern Die Grafiken die da drin liegen die Aquarelle aber diese Rolle da sagt man Moment Mal da holen wir auch erstmal die Restauratoren Und sind mal ganz ganz vorsichtig weil wir wissen ja nicht in welchem Zustand sie ist.
00:12:28: Dann sind wir als Wissenschaftler und Wissenschaftlerin eben auch auf das Fachwissen der Kolleginnen aus der Restaurierung angewiesen.
00:12:35: Und die Kollegin hat dann eben ganz vorsichtig abgerollt, und in ihrer Begleitung haben wir dann als fotografiert.
00:12:44: Mit den Fotos haben wir uns dann erstmal auch da die Fotos wieder wichtig.
00:12:47: Dann haben wir unsere Rolle mal im Ganzen in Ruhe angucken können am Bildschirm!
00:12:51: Und es sind zwei neue Gästinnen zu uns gestoßen und das ist einmal die Volontärin des Museums, Gunnar Jensen.
00:12:59: Moin!
00:13:00: Ja moin, schön dass Sie da sind.
00:13:02: Und wir freuen uns, dass der Direktor des museums Bienhaus Träger Haus auch gekommen ist Dr.
00:13:08: Alexander Bastik.
00:13:09: Moins
00:13:09: Hallo Herr Wasseck, die politischen wirtschaftlichen und auch die gesellschaftlichen Gegemheiten der Weimarer Republik lassen sich natürlich nur bedingt mit den heutigen Verhältnissen vergleichen.
00:13:20: Aber wenn man trotzdem jetzt mal schaut welche Parallelen hinsichtlich jetzt der Achthundertjahrfeier der Reichsfreiheit Lübecks lassen sich da ziehen?
00:13:31: Reichsfreie ist die Stadt ja nicht mehr!
00:13:33: Aber auch wenn wir ehrlich sind, vor hundert Jahren lag die glorreiche Zeit Lübecks auch schon hinter den Lübäckerinnen und Lübekern.
00:13:40: Unser bisschen war mit der Festwoche ja die Hoffnung verbunden.
00:13:43: kann man daran nochmal anknüpfen irgendwann?
00:13:46: Und da sehe ich schon eine Parallele Wer heute in Lübec groß wird Die sieben Türme stehen immer noch.
00:13:50: Man bekommt mit dass man in einer Stadt Mit einer unglaublichen Kultur und Historie lebt und fragt sich vielleicht, wo steht man aktuell?
00:13:58: Wo kann das noch hingehen für den einen oder anderen Markt?
00:14:01: Die Hoffnung vielleicht daran liegen wird der VfB Lübeck irgendwann nochmal in der zweiten Liga spielen.
00:14:05: Große
00:14:06: Frage!
00:14:07: Aber das sind schon so die Parallelen Und das interessiert mich auch im Rahmen dieser Ausstellung.
00:14:13: Wie kommen wir mit Menschen ins Gespräch und die sagen was verbinden Sie heute mit Lübäck Mit der Vergangenheit und mit der Zukunft?
00:14:19: Und Ganna Jensen sie haben da glaube ich auch noch ein Einwurf.
00:14:23: Ja, in der Tat.
00:14:24: Also Weimarer Republik ... Die Zeit der Weimarere Republik eine Zeit, in die auch Frauen erstmals wählen durften.
00:14:31: Insofern gab es eigentlich viel Freiheit zu feiern und spannend ist das damals schon die Gesellschaft doch, wie ich gesagt wurde, gespalten war.
00:14:41: also die Frage nach welche Flagge wird jetzt eigentlich gezeigt?
00:14:44: Bekennt man sich zur Weimareren Republik schwarz-rot gold oder ist es doch die Kaiserreichsflagge Vergangenheit, an der noch sehr viele tatsächlich auch fest hielten.
00:14:56: Im Festzug selbst.
00:14:58: war denn nur die Lübsche Flagge zu sehen.
00:15:01: Also weißrot!
00:15:05: Wenn wir schon mal einen kleinen Ausblick vermitteln können, also jetzt akustisch wenn das möglich ist.
00:15:09: Wie wird die Ausstellung in das Museum integriert werden?
00:15:14: Weil es ist ja nicht so dass jetzt irgendwie ein Raum frei geräumt wird sondern sie wird ja praktisch sich...wird elegant in das bereits ausgestellte Einfließen.
00:15:22: Sie schlängelt sich so durch!
00:15:24: Wir müssen uns das vorstellen.
00:15:25: Ja, also toll ist das wir jetzt hier im frisch renovierten Bienenhaus Marlow präsentieren als erste Sonderausstellung.
00:15:34: Und die Geschichte dieses Hauses, dieses Museums was vor hundert Jahren hier zum Museum wurde in den neunzehntzwanziger Jahren mit dieser Geschichte war Eiffelt Marlow eng verbunden und Somit ist es gar kein Abbruch, das Thema Festzug in der Sonneausstellung zu präsentieren.
00:15:56: Weil die Verbindungen zum Haus sind überall gegeben.
00:15:59: Leuchter, die von Alfred Marlau designt wurden.
00:16:02: Karl Georg Heise Förderer und Freund auch von Alfred Malau.
00:16:06: All diese Verbindung wollen wir in dieser Ausstellung hinweisen Und stattfinden wird, also das Herzstück unserer Rolle präsentiert werden wir...
00:16:17: ...sechzehn Meter lange Rolle.
00:16:18: Oh ja!
00:16:18: Die über sechzehntemeter lange Rolle präsentieren wir am Geländer, also mitten im Herz auch dieses Hauses.
00:16:25: Also praktisch, wenn man so unten durchs Follier kommt und dann da unten in der Eingangshalle steht.
00:16:31: Und ich glaube die Rolle wird dann im ersten Stock präsentiert?
00:16:35: Genau!
00:16:35: Da haben Sie Recht.
00:16:36: also Auftakt wird es unten in Adile geben.
00:16:39: eine kleine Einführung bereits die goldenen Türme, die an Empfang nehmen, weil man die Treppe hoch schreitet und dort ist dann die Rolle ausgebreitet Und es wurde schon gesagt, über sechzehn Meter.
00:16:51: Das können wir auch leider in diesem tollen, auch großen Lübecker-Kaufmannshaus jetzt nicht hergeben.
00:16:58: Eine Sonderanfertigung extra für die Ausstellung eine fast zehn Meter lange Vitrine so dass wir dann zur Hälfte der Rolle präsentieren können.
00:17:07: Nicht das wir sie jetzt in der Mitte durchschneiden würden.
00:17:10: Nein!
00:17:11: Der Rest wird erst mal aufgerollt bleiben und nach der Hälfe der Ausstellungsdauer zeigen wir dann die zweite Hälfte.
00:17:18: Und das Gute ist, dann könnt ihr auch zweimal kommen ne?
00:17:20: Wenn ihr den zweiten Teil sehen wollt, das Original,
00:17:22: ne?
00:17:23: Herzimmermann!
00:17:23: Mich wird ja noch mal interessieren wie genau, wie detailliert es Alfred Malau in die Planung eingestiegen.
00:17:30: hat er jetzt das große Ganze nur entworfen und dann seine Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter haben's gemacht?
00:17:36: oder hat der wirklich detailler den Stoff ausgewählt, die Musik?
00:17:40: also ist er da so als Einzelmann rangegangen oder mit dem Team?
00:17:45: Er ist sicher in Gesprächen mit anderen Lübeckern, die hier aktiv an dem Kultur leben.
00:17:53: Was die Inhalte des Festtuges anging im Gespräch gewesen.
00:17:57: Wir wissen zwei Buchtitel, Lübergersagen und Geschichten und eine kleine Lübec-Geschichte, die er dann durchgeforset hat welche Geschichten können wir da erzählen?
00:18:05: und hat dann diese Themen aber wiederum mit diesen Personen in Lübeck abgestimmt.
00:18:10: Er war ein Breslau, das heißt er saß da für sich alleine, er hat gezeichnet, hat Briefe hin- und hergewechselt mit den Leuten in LÜBEC.
00:18:17: Wir sind leider so ein bisschen darauf angewiesen bei manchen Dingen zu raten wie es gemacht wurde weil die Akten zum Beispiel, dies gab zum Entwurf des Festzugs Es gab einen Festzugsausschuss der hat Protokolle geführt Und dieser Ordner, den ist mal gegeben haben muss mit den Protokollen Der ist leider verloren sodass wir eben nur aus diesem Briefwechsel so ein bisschen den Entstehungsprozess abziehen können.
00:18:38: Und im Breslau ist natürlich nichts gefertigt worden, da sind die Ideen entstanden im Kopf und gefertigd wurde dann hier in Lüberg.
00:18:44: Und dann sind vermutlich Kostüme aus dem Theaterfund es natürlich gekommen.
00:18:48: Es wurde sicher das was malertypisch ist ganz einfache Stoffumhänge.
00:18:51: Das wurde sich ja gemalt.
00:18:53: Die Farben kennen wir, weil wir Entwürfe eben auf der Rolle haben.
00:18:56: Und in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe hat Gönner Jensen eben auch noch einen Satz an Zeichnungen gefunden die extra als Farbvorlagen gehalten.
00:19:04: So konnten wir dann ein Teil des Schaffensprozesses schon ziemlich sehen.
00:19:08: Produziert wurde dann sicher hier in Lübeck von vielen Frauen, die nähen konnten.
00:19:12: Von Schneidern wahrscheinlich auch damals konnten noch sehr viele Männer schneidern Die Wagen wurden hier gebaut und ein anderer Lüberger Künstler hat eben diesen Schaffensprozess mit begleitet.
00:19:24: Es ist spannend, also eine Ausstellung zu konzipieren.
00:19:26: das ist auch Detektivinnen- und Detektifarbeit und es gab ja sehr viele Fotos die Sie hatten, die auch den Festumzug dokumentieren.
00:19:36: wir haben sie sich am Ende entschieden welche Fotos nehmen Sie?
00:19:39: Also welche wählen Sie aus und wie viele waren das überhaupt?
00:19:43: Ja, wir haben vielleicht so rund hundert Foto-Aufnahmen und zusammen mit dem Filmaufnahmen die man ja auch dann immer mal stoppen kann.
00:19:50: Was sehen wir da eigentlich?
00:19:51: Welche Gruppe ist denn das eigentlich?
00:19:52: Wer läuft dahinter weben?
00:19:53: Und die Fotos haben dann eben eigentlich erst die komplette Folge dessen gezeigt was war auf der Straße zu sehen.
00:19:59: und dann gibt es eben zwei drei Gruppen ... Moment mal!
00:20:02: Da gibt's ja gar keine Malerzeichnung.
00:20:03: Die wird auch nicht einmal erwähnt in der Zeitung aber sie ist auf dem Foto zu sehen.
00:20:08: So danach haben wir eine Ergänzung gemacht.
00:20:10: die ist im Katalog nachzulesen Neunzig Prozent von dem, was Malau gezeichnet hat.
00:20:15: Das ist nachher auch zu sehen.
00:20:16: aber ein entscheidendes Motiv wie der Weltkrieg mit brennenden Fackeln das fehlt eben.
00:20:21: So und sowieso einige Todesmotive abgesehen vom Totentanz sind rausgeflogen nicht?
00:20:25: Aber vielleicht so brenne Fackeln in der Altstadt dass die Straßenbank habe nicht enger Allstadsstraßen ist vielleicht auch Brandschutz nicht unbedingt geeignet für die engen
00:20:34: deswegen gestrichen bauen wahrscheinlich
00:20:37: Herr Baßseck, Alfred Malau war in der NS-Zeit erfolgreich als Künstler tätig.
00:20:43: In nineteenhundertvierundvierzig wurde er auf die Gott begenadeten Liste aufgenommen.
00:20:49: Vom NS-Regime waren das Künstlern, die auf dieser Liste waren und die als besonders talentiert galten.
00:20:55: Wie ist es zu bewerten?
00:20:56: Wie ist das einzuschätzen aus Ihrer Sicht?
00:20:59: Das ist ein wichtiges Thema, dass uns bei vielen Künsttern begegnet, die in den zwanziger Jahren erfolgreich sind mit einer Kunst die hier eine mindestens nordische Prägung hat, wo man in den Dreißigerjahren und NS-Seitern sah.
00:21:12: Das könnte auch für unsere Propagandakunst nützlich sein.
00:21:16: Und genau da gehört Alfred Malau zu, dass es bis heute noch viel zu wenig betrachtet.
00:21:22: Da kann unserer Ausstellung momentan nichts liefern aber sie soll ja nur der Auftakt sein für eine größere und intensivere Auseinandersetzung mit dem Künstler Alfred Malow.
00:21:33: Jan Zimmermann wird jetzt in den nächsten Jahren unsere großen Bestände durchforsten und die Hoffnung ist, in drei vier Jahren eine große Malau-Ausstellung, die sich mit seinem Gesamtwerk und auch den dunklen Seiten in seinem Schaffen beschäftigt.
00:21:46: Und wie feiert Lübeck jetzt am sechsten Juni?
00:21:49: Ist ja dann achthundert Jahre Lübacker Reichsfreiheit.
00:21:53: Wie feiert Lybeck in diesem Jahr Herr Baustek?
00:21:57: Offiziell hat ja schon eine Ausstellung im Hansenmuseum, im Burgklosler eröffnet die das Stadtarchiv konzipiert hat.
00:22:04: Da ist der Reichsfreiheitsbrief im Original zu sehen und viele Urkunden.
00:22:07: also mit den historischen Themen beschäftigt man sich.
00:22:10: es gibt Vorträge das ganze Jahr über und wir haben das Glück dass am Wochenende des sechsten Juni das Hanse Kulturfestival in dieser Stadt ist.
00:22:17: da wird es auch Straßenfest geben und wir als kulturelle Erleuchturm dazwischen die Dinge vielleicht so ein bisschen ordnen kann und sagen kann, worum ging es vor einhundert Jahren als schonmal so viele Menschen auf der Straße waren.
00:22:31: Und ich würde gerne noch mal wissen, Gönner Jensen wird bestimmt auch einen Rahmenprogramm ergänzen zur Ausstellung?
00:22:38: Was wird da passieren?
00:22:39: Ja also zu unserem Rahmenprogrammen.
00:22:41: das Hanse Kulturfest war ja bereits Thema historische Thema, was ja auch schon vor hundert Jahren stilisiert dargestellt wurde aufzugreifen.
00:22:52: Nehmen wir das zum Anlass
00:22:53: z.B.,
00:22:54: schöne Spitzhüte wie man sie sich klischeehafterweise vorstellt nachzubauen und es wird auch kostenfrei möglich sein.
00:23:03: Genau als Rampfrucksam zum Hanse Kulturfestival wird es außerdem noch Kurzführungen geben sowie auch Führungen im zweiböchentlichen Takt über die Laufzeit der Ausstellung.
00:23:15: Die Spitzwüter, das sind die, die wir aber auch im Umzug sehen?
00:23:20: Im Film sind sie ganz toll präsent als natürlich auf unserem Hauptausstellungsstück der Solle.
00:23:27: Wann hat man die denn früher im Alltag getragen?
00:23:29: Da muss man sich den Alltag natürlich anders vorstellen.
00:23:34: Also zum Ausgehenden oder Ende des Mittelalters war das wohl Mude.
00:23:39: Die hatten natürlich verschiedene Formen mit verschiedenen Zweitömchen, benenne ich es jetzt mal, mit einem Schleier dran... Also es sind jetzt keine Alltagskleidungsstücke, wie wir sie heute tragen.
00:23:50: Sondern eben vorgesehen für große Edeldarmen und nicht fürs Bürgertum oder auch fürs einfache Fußvolk waren die natürlich nicht das Kleidungs-Stück.
00:24:00: Ich
00:24:00: wollte gerade sagen, wenn du mehr Prinzeisenherz gelesen hättest wüsstest du dass die Burgdamen sowas tragen?
00:24:06: Aber wer weiß vielleicht wird's ja wieder Mode hier in Lübeck und wir sehen mehr Spitzhütte im Straßenbild.
00:24:11: Du meinst durch die Ausstellung jetzt?
00:24:12: Ja na
00:24:13: klar!
00:24:13: Könnte natürlich durchaus sein Und wir haben es am Anfang schon gesagt.
00:24:16: Am fünften Juni wird die neue Ausstellung Alfred Mahler Festzug, neunzehntundzwanzig im Museum Bienhaus Träger Haus eröffnet um achtzehn Uhr und ihr könnt alle kommen.
00:24:25: Ihr seid alle herzlich eingeladen!
00:24:26: Und ab sechsten könnt ihr die Ausstellung dann so zu sagen offiziell sehen?
00:24:31: Und sie läuft dann.
00:24:33: Herr Bastek bis wann?
00:24:34: Bis zum zwanzig November also Sechster, sechster.
00:24:38: Zweiundzwanzig Elf!
00:24:39: Das kann man sich glaube ich gut
00:24:40: merken und wenn ihr den zweiten Teil der Rolle dann auch im Original sehen wollt müsst ihr halt zweimal
00:24:44: kommen.
00:24:44: Im Museum Bienhaus Trägerhaus und alle Infos zur Ausstellung findet er auf der Website des Museums.
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